Die Themen in der Flüchtlingshilfe sind so vielfältig, wie die Menschen selbst

11. Apr 2022

Sandra Boser MdL tauscht sich mit den Caritasverbänden Kinzigtal e.V. und Offenburg-Kehl zum Thema Flüchtlingshilfe aus.

(Haslach) Sandra Boser MdL, Grüne Landtagsabgeordnete im Wahlkreis Lahr und Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport hat sich mit Vertreter:innen der Caritasverbände in der Ortenau zu Fragen der Migration und Integration ausgetauscht. Im Gespräch mit StefanieBrüschke (Caritasverband Haslach/Kinzigtal),Andreas Hillebrand (stellvertretender Geschäftsführer CV Offenburg/ Kehl und Fachbereichsleiter Soziale Dienste) und Sven Hoffmann (Integrationsmanager, CV Offenburg) ging es um aktuelle Themen der Flüchtlingshilfe wie „Förderung Dolmetscherpool“, „Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Kitas und Schulen“ sowie „Wohnraumfindung, Abrechnung und Duld ung“ .

Im Gespräch wurde deutlich, dass die Arbeit sich in den vergangenen Jahren verändert hat, aber nach wie vor wichtig ist. Dies zeigt sich bspw. an den Anforderungen des Dolmetscherpool wie es Andreas Hillenbrand beschrieb : „Es gibt sieben Dolmetscherpools in der Ortenau. Im Jahr 2021 hatten wir 760 Dolmetschereinsätze. Die Sprachen und Themen sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Momentan gibt es viele Einsätze im Sozialen Dienst und bei Arztbesuchen.“

Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene hohe Zahl an Geflüchteten veränder n aktuell das Aufgabengebiet. Sven Hoffmann schilderte die Lage vor Ort: „Es gibt derzeit einen hohen Informationsbedarf zur Registrierung und Unterbringung. Da derzeit viele Kinder bei uns ankommen ist auch die Nachfrage an Plätzen in Kitas und Schule groß.“

Sandra Boser MdL erläuterte zum Thema: „Die Kita-Betreuung wird vor Ort eine große Herausforderung. Wir wissen, dass die Situation in vielen Einrichtungen aufgrund Personal- und Platzmangel angespannt ist. Aufgrund der Corona-Krise haben wir bereits einzelne Vorgaben wie bspw. die Gruppengröße angepasst. Wir müssen aber auch die Situation in den Einrichtungen im Blick behalten, um diese nicht zu überfordern. Daher muss weiter um zusätzliches Personal geworben werden. Um in den Schulen entsprechende Angebote einzurichten braucht es dringend die Registrierung der Geflüchteten, damit an den Schulen vor Ort entsprechende Klassen eingerichtet werden können. Um für diesen Bereich zusätzliches Personal zu gewinnen hat das Land ein Bewerberportal eingerichtet. Darüber hinaus soll insbesondere für die Abschlussklassen ukrainischer Unterricht online ermöglicht werden.“

Stefanie Brüschke sprach daraufhin noch die Themen Wohnraumfindung, Abrechnung und Duldung an: „Insgesamt gibt es bei den privaten Helfer:innen vor Ort noch offene Fragen: Wie kann die private Unterbringung abgerechnet werden, wird das private Vermögen der Flüchtlinge angerechnet, wie verfährt man beim Arztbesuch ect.? Aber auch bei den Flüchtlingen, die schon einige Jahre im Land sind, gibt es noch Themen, die angegangen werden müssen. Es gibt Fälle von z.B. Alleinerziehenden, wo keine gültigen Pässe vorliegen. Hier haben die Kinder oft keine Chance eine Arbeit zu finden. Ich wünsche mir hier vereinfachte Verfahren für Geduldete in bestimmten Situationen und bessere Regelungen bei der Passbeschaffung. Auch bei der kommunalen Anschlussunterbringung fallen immer wieder Familien aus dem Raster. Auch hier müssten noch ein paar Schrauben gedreht werden.“

Sandra Boser MdL pflichtete Stefanie Brüschke bei: „Die Schaffung von Wohnraum ist allgemein ein wichtiges Thema. Hier muss zukünftig auch mehr auf Aufstockung und Innenverdichtung in den Kommunen gesetzt werden. Da die ukrainischen Geflüchteten einen gesonderten Status haben, wird es keine Wohnsitzauflage geben, weshalb es sicherlich sehr unterschiedliche Bedarfe geben wird. Hier sind Bund, Land und Kommunen gemeinsam gefordert passende Lösungen zu finden.“